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Berichte - Konzerte und Gottesdienste

Die Cappella Taboris am 19.11.2022 in Kirburg

Im Rahmen der Veranstaltungen zum 150. Jubiläum der Evangelischen Kirche in Kirburg war am Samstag vor dem Ewigkeitssonntag die Musikkirche mit der Cappella Taboris dort zu Gast. Mit tief bewegenden Kompositionen zum Thema Tod und ewiges Leben nahmen die Musikerinnen und Musiker ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in ihren Bann. Zu Beginn und zum Schluss des Konzertes erklangen die beiden Kirchensonaten e-Moll, op. 3 Nr. 7 und Nr. 9 von Arcangelo Corelli mit Dekanatskantor Jens Schawaller (Barockvioline), Dr. Dirk Schawaller (Barockviola) und Susanne Schawaller (Basso continuo), deren schmerzhaft-ernster und introvertierter Charakter dem Anlass angemessenen Ausdruck verliehen. Mit der kontrastreichen Solokantate „Schaut die Demut Palmen tragen“ von Georg Philipp Telemann aus der bekannten Sammlung „Harmonischer Gottesdienst“ reflektierten Jens Schawaller (Tenor), Monika Schlößer (Blockflöte) und Susanne Schawaller (Basso continuo) in künstlerischer Hinsicht den Ewigkeitssonntag. Gastgeber Pfarrer Rüdiger Stein begleitete das Ensemble durch das Konzert und übernahm drei liturgische Lesungen. Zu der polyphonen Motette „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen“ von Georg Philipp Telemann trat Claudia Geppert als Sopranistin zur Altistin Monika Schlößer, Susanne Schawaller (Basso Continuo) und Jens Schawaller (Kontrabass) hinzu. In imitativer Manier verwoben ranken die Stimmen umeinander, um dabei die Texte musikalisch abzubilden und zu verdichten. In der Mitte des Konzertes kam der langsame Satz aus der Sonata IV der „Sechs Sonaten im Kanon für zwei Instrumente“ von Georg Philipp Telemann in einer Interpretation für Blockflöte und Violine zur Aufführung – ein Werk, das trotz der minimalistischen Besetzung durch extreme Imitationstechnik große kompositorische Tiefe entwickelt. Nach dem Glockengeläute zum Gedenken an die Verstorbenen erklang der sehr meditative erste Satz – Dolce – aus der Fantasie Nr. 6 für Blockflöte solo von Georg Philipp Telemann. Die Kantate „Herr, wenn ich nur dich hab“ für Sopran, Blockflöte, Viola da braccia, Basso continuo und Kontrabass von Dietrich Buxtehude stellte in ihrer chaconnenhaften Steigerung das Vertrauen auf die österliche Botschaft in den Mittelpunkt. Diese Zusage griff die Cappella Taboris bewusst mit der Motette „Halt im Gedächtnis Jesum Christum, der auferstanden ist von den Toten“ von Georg Philipp Telemann am Vorabend zum Ewigkeitssonntag in der Besetzung für Sopran Blockflöte, Basso continuo und Kontrabass noch einmal auf. Die Gäste des Nachmittags bedankten sich mit einem herzlichen Applaus für das bewegende Konzert der Cappella Taboris.

 

Katharina von Bora im Musikalischen Abendgottesdienst am 08.10.2022

„Herr Käthe“ – so nannte Martin Luther ebenso liebe- wie humorvoll seine Frau Katharina und würdigte damit sowohl ihren selbständigen Charakter als auch ihre vielfältigen Begabungen rund um das große Haus des Reformators in Wittenberg. Und in der Tat hätte die Reformation einen anderen Verlauf genommen, wenn Katharina Luther geb. von Bora ihren prominenten Gatten nicht in jeder Hinsicht unterstützt hätte. Ingrid Husemann spielte diese Rolle im Rahmen des ungewöhnlichen Abendgottesdienstes in der Musikkirche mit viel Verve und Lebendigkeit und nahm die Gäste mit ihrer Kunst ganz in ihren Bann, die Regie lag in den bewährten Händen von Jutta Großkinsky. Pfarrer Carsten Schmitt, der sehr kurzfristig helfend einsprang, gelang es, sowohl die Liturgie des Gottesdienstes, an dessen Entstehen die erkrankte Prädikantin Monika Schuh großen Anteil hatte, als auch das Schauspiel spannungsreich miteinander zu einem großen Ganzen zu verbinden. Martin Schuh spielte stilgerecht die Laute an diesem Abend, der gemeinsam mit Dekanatskantor Jens Schawaller an der Truhenorgel die Gemeindelieder aus der Feder von Martin Luther anstimmte. Darüber hinaus erklangen als Vor-, Zwischen- und Nachspiel noch weiter Lieder des Reformators, die nicht im Evangelischen Gesangbuch stehen. Sängerinnen und Sänger der Evangelischen Kantorei Ransbach-Baumbach – Hilgert unterstützen die anwesende Gottesdienstgemeinde in der Musikkirche klanggewaltig und trugen den kaum im Gottesdienst gesungenen Hymnus „Der du bist drei in Einigkeit“ vor, den Luther nach einem gregorianischen Choral aus dem 9. Jahrhundert dichtete. Die Gottesdienstgemeinde bedankte sich mit mehrfachen Zwischen- und Endapplaus bei allen Beteiligten.

 

 

Kammermusikalische Blockflötenmusik zum Musikalischen Abendgottesdienst am 06.08.2022

Sommer in der lichtdurchfluteten Musikkirche: Das steht auch für kammermusikalisch-grazile Ensemblemusik für drei Blockflöten im Musikalischen Abendgottesdienst. Und in der Tat empfing Pfarrer Carsten Schmitt gemeinsam mit den drei Blockflötistinnen Monika Schlößer, Lydia Neumann und Birgit Haberlick sowie Corina Supper-Münzer als Organistin eine Gottesdienstgemeinde, die der Einladung gerne und zahlreich folgte. Es erklangen von Georg Philipp Telemann (1681 – 1767) zwei Kanons für zwei Altblockflöten in B-Dur, bei dem naturgemäß die Stimmen in größter Selbständigkeit geführt werden und dennoch ein fesselndes Klangerlebnis eröffnen: Polyphonie ist nun einmal mehr als die Addition der Einzelstimmen. Im Gottesdienst sprach Pfarrer Carsten Schmitt die anwesenden Gäste mit der ihm eigenen Präsenz und Wortgewandtheit an und zog die Gemeinde in seinen Bann. Corina Supper-Münzer begleitete gekonnt und souverän an der Orgel und führte musikalisch durch die liturgischen Gesänge und die Gemeindelieder des Abends. Ein besonderer Ohrenschmaus waren die „Vier Versetten für drei Blockflöten“ von César Franck (1822 – 1890), der vor allem als Komponist französisch-romantischer Orgelmusik bekannt ist. Dem Trio gelang es, die kantable und harmonisch bunte Suite aus Air Béarnaise, Allegretto, Andantino und Poco Allegretto überzeugend darzustellen. Die vor allem periodische und dennoch innerhalb eines Satzes kontrastreiche polyphone Stimmführung – teils imitativ-kanonisch – war ein kammermusikalischer Leckerbissen für die drei bestens aufeinander eingestellten Musikerinnen. „Wir freuen uns, dass die Musikkirche ein so vielfältiges Spektrum an Musik zulässt und fördert“, erklärt Monika Schlößer, die zum engsten Mitarbeitendenkreis der Musikkirche gehört. „Dabei schätzen wir es, dass Wortverkündigung und Kirchenmusik so fruchtbar aufeinander abgestimmt sind.“ Als Schlussstück musizierte das Blockflötentrio „Tico, tico no Fubá“ von Zeguinha Abreu (1880 – 1935), einen fetzigen, schnellen und quirligen brasilianischen Choro aus dem Jahr 1917. Dabei handelt es sich um ein Werk des instrumentalen brasilianischen Musikstils, der in Rio de Janeiro als Verbindung europäischer Tanzmusik mit der Musik afrikanischer Sklaven entstand. Die Komposition erfasste alle Anwesenden mit ihren hinreißenden musikalischen Charakteren und entließ die Gäste in einen lauen und schönen Sommerabend.

 

 

Musik zur Sterbestunde Jesu an Karfreitag 2022

Mit tief bewegenden Kompositionen zu Karfreitag nahm die Cappella Taboris zur traditionellen Musik zur Sterbestunde Jesu ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in ihren Bann.

Zu Beginn und zum Schluss des Konzertes erklangen die beiden Kirchensonaten e-Moll, op. 3 Nr. 7 und Nr. 9 von Arcangelo Corelli mit Dekanatskantor Jens Schawaller (Violine), Dr. Dirk Schawaller (Viola da braccia) und Susanne Schawaller (Orgel), deren schmerzhaft-ernster und introvertierter Charakter dem Feiertag angemessenen Ausdruck verliehen. Mit der kontrastreichen Solokantate zum Palmsonntag musizierten Jens Schawaller (Tenor), Monika Schlößer (Blockflöte) und Susanne Schawaller (Basso continuo) „Schaut die Demut Palmen tragen“ von Georg Philipp Telemann aus der bekannten Sammlung „Harmonischer Gottesdienst“ und reflektierten damit in künstlerischer Hinsicht den Beginn der Karwoche mit Jesu Einzug in Jerusalem. Pfarrer Wolfgang Weik begleitete das Ensemble durch das Konzert und übernahm drei Lesungen, die das Geschehen auf Golgatha zum Inhalt hatten und tief meditierten. Zu den zwei polyphonen Motetten „Lehre uns bedenken“ sowie „Halt im Gedächtnis Jesum Christum“ von Georg Philipp Telemann trat Claudia Geppert als Sopranistin zu Alt, Bass und Basso Continuo hinzu. In imitativer Manier verwoben ranken drei Stimmen mit Orgelbegleitung umeinander, um dabei die Texte künstlerisch abzubilden und musikalisch zu verdichten. In der Mitte des Konzertes kam „Was hast du verwirket“ von Heinrich Schütz aus der Reihe „Kleine Geistliche Konzerte“ für Alt und Orgel zur Aufführung – ein Werk, das trotz der minimalistischen Besetzung große kompositorische und emotionale Tiefe durch ein frühbarockes Wort-Ton-Verhältnis entwickelt. Nach dem Glockengeläute zum Gedenken an Jesu Tod erklang von der Orgelempore der sehr meditative erste Satz – Dolce – aus der Fantasie Nr. 6 für Blockflöte solo von Georg Philipp Telemann. Die Kantate für Sopran, Blockflöte, Viola da braccia und Basso continuo „Herr, wenn ich nur dich hab“ von Dietrich Buxtehude ließ in ihrer chaconnenhaften Steigerung einen hoffnungsvollen österlichen Ausblick über Karfreitag hinweg zu, den die Cappella Taboris bewusst in die Musik zur Sterbestunde integrierte. Anstelle eines Applauses erhoben sich die anwesenden Gäste zu einem andachtsvollen Schweigen.

 

Musikalischer Abendgottesdienst zur Passion in der Musikkirche

In der Musikkirche hat ein weiterer Musikalischer Abendgottesdienst mit konzertant-kammermusikalischen Beiträgen der Cappella Taboris stattgefunden, in dem die aufgeführten Kompositionen mit den Aussagen des Gottesdienstes eng korrespondierten. Pfarrer Wolfgang Weik lud abermals zu diesem neuartigen Format ein, das er gemeinsam mit Dekanatskantor Jens Schawaller ins Leben gerufen hat, bei dem die Musik ein wichtiger Teil der Verkündigung ist.

Es musizierten Monika Schlößer (Soloalt und Blockflöte), Susanne Schawaller (Orgel), Ben Bereznai (Basstrompete), Martin Schuh (Gitarre) und Dekanatskantor Jens Schawaller (Violine und Solotenor). Martin Schuh trug an unterschiedlichen Stellen des Gottesdienstes als Solowerk das Prélude Nr. 3 von Heitor Villa-Lobos sowie die Éclipse von Éric Marchelie und die Pavane op. 50 von Gabriel Fauré in einer Bearbeitung für Gitarre und Violine vor. Als weitere solistische Vokalbeiträge erklangen die bekannte Altarie „Er ward verschmähet“ aus Georg Friedrich Händels „Messias“ und innerhalb der Predigt aus der Sammlung „Kleine Geistliche Konzerte“ von Heinrich Schütz „Eile, Gott, mich zu erretten“ für Solosopran, beides Werke die dem Sonntag Reminiszere künstlerisch Ausdruck verliehen.

Die anwesende Gottesdienstgemeinde wurde von der Cappella Taboris einfühlsam mit eigens für diesen Anlass komponierten Sätzen mit jeweils obligat geführter Blockflöte und Violine mit Basstrompete begleitet, so dass der kraftvolle und zum Teil mehrstimmige Gemeindegesang in ein polyphones Klanggeflecht eingebettet war.

Musikalischer Abendgottesdienst mit Barockmusik in der Musikkirche

Mit der Cappella Taboris musizierte in der Musikkirche ein weiteres instrumentales Kammermusikensemble der Extraklasse im Rahmen der neu gegründeten Reihe der Musikalischen Abendgottesdienste.

Das Ensemble gliederte den Gottesdienst, der unter der liturgischen Leitung von Pfarrer Wolfgang Weik stand, mit einem kontrastreichen Trio für Violine, Viola da braccia und Basso continuo in F-Dur von Georg Philipp Telemann, dessen Sätze Vivace, Mesto und Allegro über den Abend verteilt erklangen. Hier musizierten Dekanatskantor Jens Schawaller (Violine), Dr. Dirk Schawaller (Barockviola da braccia) und Susanne Schawaller (Orgel) die lebendige und polyphone Musik für drei Instrumente auf virtuose und kommunikative Art und Weise. Ebenso wirkten innerhalb der Liturgie des Gottesdienstes Monika Schlößer als bewährte und erfahrene Blockflötistin und Susanne Schawaller als zuverlässige Organistin. Sie begaben sich mit meditativ-melismatischen Sätzen aus Sonaten von Francesco Barsanti, Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach in den musikalischen Dialog.

Die anwesende Gottesdienstgemeinde wurde von der Cappella Taboris einfühlsam mit eigens für diesen Anlass komponierten Orgelsätzen mit jeweils obligat geführter Blockflöte und Bratsche begleitet, so dass der kraftvolle und zum Teil mehrstimmige Gemeindegesang in ein polyphones Klanggeflecht eingebettet war. Die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher freuten sich sehr über den außergewöhnlichen Abendgottesdienst mit musikalisch-konzertantem Schwerpunkt.

Adventskonzerte 2021 in der Musikkirche

Auch in diesem Jahr bereiteten sich trotz aller pandemisch bedingten Einschränkungen viele Gäste zusammen mit der Cappella Taboris, dem besonderen Vokal- und Instrumentalensemble des Dekanates Westerwald unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller, innerlich auf Advent und Weihnachten vor: In der Evangelischen Johanneskirche Neunkirchen gestalteten Pfarrerin Anja Jacobi mit Alice Jacobi und in der Evangelischen Kirche Ransbach-Baumbach Pfarrer Wolfgang Weik mit Lina und Olaf Ruhfus-Hartmann gemeinsam mit der kleinen, aber feinen Kammermusikgruppe je einen reichen musikalischen Abendgottesdienst unter strenger Einhaltung aller Hygiene- und Schutzvorschriften. „Wir sind für die Musikliebe und Offenheit der beiden Evangelischen Kirchengemeinden sehr dankbar“, erklärt Jens Schawaller, dem ein adventliches und weihnachtliches Musizieren in den Wäller Kirchen wichtig ist.

In Neunkirchen erklang die Döring-Gottwaldorgel und in Ransbach-Baumbach die Orgel von Förster und Nicolaus zum Vor- und Nachspiel mit ausdifferenzierten Choralimprovisationen über das Lutherlied „Nun komm, der Heiden Heiland“ und „Es kommt ein Schiff, geladen“, die Jens Schawaller kontrastreich und virtuos interpretierte. Im Rahmen der Eingangsliturgie begrüßte der Vorsitzende des Kirchenvorstandes Neunkirchen Bernhard Nothdurft alle Anwesenden sehr herzlich, dann musizierte die Cappella Taboris Largo und Vivace aus der 95. Triosonate in a-Moll für Altblockflöte, Violine und Basso continuo von Georg Philipp Telemann (1681 – 1767) mit Monika Schlößer (Barockblockflöte), Jens Schawaller (Violine) und Susanne Schawaller (Truhenorgel in barocker Stimmung). Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes erklang aus den „Biblischen Sprüchen“ vom selben Komponisten die Soloarie „Hosianna dem Sohne David“ mit der Sopranistin Claudia Geppert, Monika Schlößer (Alt), dem Tenor Jens Schawaller und Susanne Schawaller an der Truhenorgel, dann begab sich Pfarrer Wolfgang Weik als erfahrener Rezitator in den Dialog mit der Cappella Taboris und gestaltete die Evangelienlesungen des Johann Sebastian Bach´schen Weihnachtsoratoriums, die von den Chorälen des bekannten Werkes des Leipziger Thomaskantors (1685 – 1750) gegliedert wurden. Hier musizierten die Cappellamitglieder gemeinsam. In Ransbach fand anschließend eine angemessene Lüftungspause statt, in der Dekanatskantor Schawaller auf der Truhenorgel über „Macht hoch die Tür“ improvisierte. Nach einem geistlichen Input erklang das Allegro aus der eingangs begonnenen Triosonate sowie die Soloarie „Und das Wort ward Fleisch“ aus den „Biblischen Sprüchen“ – beides ebenfalls wieder Kompositionen von Georg Philipp Telemann. Mit Georg Friedrich Händels Komposition „Tochter Zion“ sang die Cappella Taboris stellvertretend für die Gemeinde ein traditionelles Adventslied, da der Gottesdienstgemeinde der eigene Gesang in den Kirchen momentan nicht gestattet ist. Zum Schluss des Gottesdienstes sammelten sich alle Anwesenden zum Vater unser und Segen. Für die dankbaren Gäste beider Wäller Kirchengemeinden waren dies zwei wohltuende und hochmusikalische Gottesdienste im Evangelischen Dekanat Westerwald, die alle Anwesenden berührten und bestärkten.

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